Das Leben ist sinnlos

Was ist der Sinn des Lebens?

Gibt es überhaupt einen Sinn? Und wenn ja, woher kommt der Sinn? Wer bestimmt das, was sinnvoll oder sinnlos ist? Wenn es einen Sinn gibt, dann müsste es doch auch einen geben, der den Sinn festlegt? Und wenn es wiederum jemanden gibt, der diesen Sinn festgelegt hat, warum hat er den Sinn dann so versteckt? Denn so viele Menschen sind ja auf der Suche nach dem Sinn.

Sobald Menschen beginnen, nach dem Sinn ihres Lebens zu suchen, bestätigen sie mit dieser Suche doch automatisch, dass es einen Sinn geben muss, sonst wäre ja auch die Suche völlig sinnlos. Ich kann ja nur das suchen, was es auch gibt. Und wenn dem so ist, liegt in der Suche auch die Bestätigung, dass es jemanden geben muss, der diesen Sinn vorgibt, der dann gesucht wird.

Sinnsucher suchen also letztendlich jemanden, der ihnen sagt, was der Sinn des Lebens ist. 
Dr. Timo Eifert   Das Leben ist sinnlos 1

Photo by Pietro De Grandi on Unsplash

Kennst du den Sinn des Lebens?

Es gibt genügend Menschen, die denken, dass sie ihn begriffen haben. Sie kennen den Sinn des Lebens, und denken, dass nur der Rest von uns nichts kapiert. Das ist die Haltung, die viele der Haupt- und Staatsreligionen auf diesem Planeten einnehmen.

Sie lehren, dass sie den Sinn des Lebens kennen. Ja, eine oder zwei von ihnen behaupten sogar, dass sie der Sinn des Lebens sind, und dass wir alle nur ihrem speziellen Diktat zu folgen bräuchten, dann würden wir Gott ganz gewaltig erfreuen – und errettet sein. Sollten wir jedoch den Geboten dieser bestimmten Religion nicht Folge leisten, werden wir ins ewige Höllenfeuer verbannt.

All das ist an sich kein so großes Problem, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Hunderte von institutionalisierten Religionen im Grunde dieselbe Behauptung aufstellen und denselben Anspruch erheben.

Kein Sinn. Kein Krieg.

Diese Tatsache ist allerdings ein starker Hinweis darauf, dass es diesen einen Sinn nicht gibt. Stell dir nur einmal vor, was es bedeuten würde, wenn wir die Geschichte vom Sinn des Lebens streichen würden, dann wäre der Kampf zwischen den Religionen um das richtige Leben schlagartig vorbei und die Welt von der Hälfte aller Kriege befreit.

Es kann ja wohl nicht der Sinn des Lebens sein, dass der Sinn des Lebens zum Kriegstreiber wird. Das hat für mich keine göttliche Handschrift, sondern eine sehr menschlich unmenschliche.

Diesen einen Sinn für alle scheint es also nicht zu geben. Demnach kannst du dir aus den vielen Geschichten über den Sinn des Lebens einen Sinn heraussuchen, den du am besten findest. Und das bedeutet wiederum, dass du auch in der Lage bist, deinem Leben einen eigenen Sinn zu geben. Denn, wenn du dir schon einen aussuchen kannst, warum dann nicht den eigenen?

Das Leben ist sinnlos. Das ist unser Geschenk.

Ich glaube, dass es deshalb keinen Sinn gibt, weil wir Menschen damit der großartigsten Fähigkeit beraubt würden, die uns das Leben zur Verfügung stellt: der Willensfreiheit.

Es gehört zu unserer menschlichen Freiheit, den Sinn unseres Lebens zu erschaffen.

Indem wir das tun, erschaffen wir uns selbst. Wir entscheiden, wer und was wir wirklich sind – und wer wir sein wollen.

Vielleicht hat diese große Kraft deshalb unserem Leben keinen Sinn oder Zweck zugeordnet, weil sie darauf wartet, dass wir das tun. Dann dürfen wir selbst einen Grund für unser Sein erschaffen. Hast du das bisher getan?

Du darfst zum Künstler werden – zum Lebenskünstler. 

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Wie steht es um deine Lebenskunst?

Ich bin fest davon überzeugt, dass das Leben nichts von uns erwartet. Gar nichts. Es bietet nur Möglichkeiten. Wir können unser Buch des Lebens mit einer Liebeskomödie füllen oder mit einer Tragödie. Wir können traurige Lieder komponieren oder fröhliche. Es spielt überhaupt keine Rolle, welche Kunst wir machen, denn die Schönheit der Kunst liegt im Auge des Betrachters. Wir dürfen jedoch erkennen, dass wir der Künstler sind.

Manche Bilder unseres Lebens malen wir komplett allein, andere sind schon vorgezeichnet. Dann können wir jedoch immer noch entscheiden, mit welchen Farben wir das vorgezeichnete Bild ausmalen. Mit den Farben der Hoffnung oder mit den Farben der Hoffnungslosigkeit. Mit den Farben der Vergebung oder mit den Farben des Hasses. Mit den Farben der Liebe oder mit den Farben der Angst.

Und dann gibt es noch Kunstwerke, die sehen am Anfang ganz schrecklich aus, verwandeln sich jedoch mit der Zeit. Das sind dann unsere großen Bilder, wo wir vielleicht in einer Ecke ziemlich schwarz zu malen beginnen. Aber mit der Zeit wird deutlich, dass dieser schwarze Bereich nur ein kleiner Teil eines großen, bunten Gesamtkunstwerks ist und nur ein wichtiger Kontrapunkt war.

Kunst ist immer gut. Es kann nur sein, dass sich manche Kunstwerke ein- fach besser anfühlen als andere, sowohl für den Künstler als auch für den, der mit unserer Lebenskunst in Berührung kommt.

Und solange der liebe Gott mir nicht höchstpersönlich erscheint und das Mysterium aufklärt, singe ich einfach mein schönstes Lied, egal wo ich bin.

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