Von Gott getrennt?

Der Weg ging steil hinauf und am Ende stand eine Kapelle. Sie hat mich magisch angezogen. Und überall am Weg, bei fast allen Bauernhöfen, an denen ich vorbeiging, stand eine kleines Flurkreuz. Früher sind mir diese Kruzifixe nie aufgefallen. Heute habe ich jedes von ihnen gegrüßt - einfach so. Es hat mir gefallen.

In jedem Sommer mache ich die gleiche Erfahrung, wenn ich abends lange draußen sitze und in den Sternenhimmel schaue. Ich verstehe einfach nicht, warum es mich gibt, die Welt, das riesige Universum und wie das alles ohne Ursache entstehen kann. Nein, es muss eine Ursache geben, sonst sprengt es meinen Schädel. Jeden Abend wieder neu.

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Photo by Ricky Turner on Unsplash

Nun, der “lächelnde Papst” Johannes Paul I. hatte die Gabe, schon mit wenigen Sätzen, die scheinbar so gewaltigen wissenschaftlichen Rüstzeuge, die man gegen den Glauben ins Feld führte, zum Einsturz zu bringen. “Erzählt mir nicht”, meinte er einmal, “ihr wäret nicht sicher, ob Gott existiert, weil ihr ihn nie gesehen habt. Auch euren Urgroßvater habt ihr ja nie gesehen, und doch seid ihr sicher, dass es ihn gab. Sagt mir nicht, die Welt und ihr selbst wäret das Produkt einer ewigen Materie, die ganz von allein entstanden sei, die zuerst noch formlos und chaotisch war und dann nach und nach immer mehr Gestalt annehmend im Lauf der Jahrhunderte sich immer weiter entwickelt hatte. Nicht einmal ein winziger weißer Punkt auf einer kleinen schwarzen Tafel entsteht von allein. Warum sollte eine so ungeheuer vielfältige Welt vor Milliarden Jahren plötzlich und ‘spontan’ aus dem Nichts entstanden sein? Kann denn einer, der gar nicht existiert, ‘spontan’ etwas hervorbringen?”

Ich habe mich mit Quantenphysik beschäftigt, mit Evolutionsbiologie, mit allen möglichen Religionen und trotzdem weiß ich nichts. Denn am Ende aller Tage bleibt nur der Glaube. Nichts hat mir bisher Sicherheit geschenkt, und nun laufe ich an diesen Wanderweg entlang und komme mit einer Kraft in Berührung, die mich bisher nie so stark berührt, sondern eher abgestoßen hat. Allerdings muss ich da differenzieren. Die Kraft sakraler Gebäude habe ich schon immer gespürt, nur die Institution Kirche hat mich eher abgeschreckt.

Heute ist irgendetwas plötzlich ganz anders. Ich finde einen großen Gefallen an dem Gedanken, dass es einen Gott gibt, einen Schöpfer und eine Kraft namens Liebe, die uns im Leben auf den richtigen Weg führt. Ja, das klingt komisch. Auch für mich. Und gleichzeitig fühlt es sich unheimlich gut an.

Ich halte es zumindest für sehr wahrscheinlich, dass wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten irgendetwas als Gesellschaft und als Einzelperson verloren haben, das wirklich von Bedeutung ist.

Wir sind eine Als-ob-Gesellschaft geworden, die sich ihrer christlichen Herkunft schämt, ihre Identität relativiert, ihre Werte vergräbt und, belastet mit Selbstzweifel und Verwirrung, nur noch die Fassade aufrecht erhält, ohne sie wirklich mit Leben und vor allem mit Liebe zu füllen.

Vielleicht sollten wir doch noch einmal genauer nachschauen. Ich werde es zumindest tun. Sicherlich habe ich große Vorbehalte, was die Institution der Kirche betrifft, eine von Menschen gemachte Institution, in der es sicher nicht immer nur um Gott, Glaube und Liebe ging. Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, die dahinter stehende Kraft zu entdecken, die uns wieder ganz gut tun würde, weil sie uns Halt und Sicherheit gibt, Hoffnung und Trost, Liebe und Mitgefühl.

Eine Gesellschaft, die nicht glaubt, ist dazu verdammt aus dem Kopf zu leben. Was dabei herauskommt, sehen wir tagtäglich in den Nachrichten und spüren es am eigenen Leib als Angst, Unsicherheit und Stress.

Ein Mensch, der glaubt, lebt mit Herz und Seele. Eine spannende Alternative, oder?

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Neuer Song vom neuen Album: Das Schlimmste, was mir passieren kann.

Das Schlimmste, was mir passieren kann, ist ein Leben in der Liebe. In dem ich zu mir stehe, mich nie mehr verbiege. In dem ich nichts mehr habe, sondern nur noch frage, was ich für dich tuen kann. Das ist das Schlimmste, was mir passieren kann. 

Liebe ist alles, was ich habe, was ich täglich in mir trage, alles andere ist nur geliehen. Liebe ist alles, was ich habe, was ich täglich in mir trage.

Das Schlimmste, was mir passieren kann, ist ein Leben in der Liebe. Weil ich nichts verlieren kann, mit der Liebe immer siege. Ich geh’ direkt zum Ziel, und nehm’ mir nur so viel, wie ich im Herzen tragen kann. Das Schlimmste, was mir passieren kann.


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