• Timo Eifert

Songstory: Du darfst entscheiden



Alles sind nur Geschichten


Alles sind nur Geschichten, bis wir sie glauben, dann nennen wir sie die Wahrheit. Das ist für mich einer der Kernsätze meines Buches.

Wenn du das glaubst, verändert sich dein Leben. Dann bedeutet das, dass du deine Geschichten auswählen und damit über deine Wahrheit entscheiden kannst.

Du kannst nicht über alles entscheiden, was dir widerfährt, aber über die Geschichte, die du darüber erzählst. Nicht die Ereignisse formen deine Wahrheit, sondern die Geschichte, die du über die Ereignisse erzählst.

»Das kann ich mir gar nicht vorstellen«, oder »Das glaube ich nicht, dass es so einfach ist mit dem Leben« sind Einsprüche, die ich an dieser Stelle oft höre. Und schon allein mit diesen Sätzen bestätigen Menschen meine Aussage. Denn wenn jemand sagt, dass er sich etwas nicht vorstellen oder glauben kann, bestätigt er damit, dass er sich gedanklich im Bereich von Geschichten befindet, denn er stellt sich etwas vor oder er glaubt etwas. Mit Wissen hat beides nichts zu tun.


Im Kapitel zwei habe ich ausführlich meinen Standpunkt dargelegt, dass wir immer nur Geschichten erzählen. Und das, was ich dir gerade hier erzähle ist auch nur eine Geschichte.

Und dir stehen immer zwei mögliche Wege offen. Der erste Weg besteht darin, eine Geschichte zu übernehmen und zu glauben. Der zweite Weg besteht darin, deine eigene Geschichte zu glauben. Doch egal für welchen Weg du dich entscheidest, es bleibt immer ein Weg des Glaubens.

Wir leben nicht in einer Welt, die sich in Glaube und Wissenschaft spaltet, auch nicht in Gläubige und Nicht-Gläubige, in Esoteriker und Exoteriker oder in Spirituelle und Nicht-Spirituelle. Wir glauben alle und wir glauben immer, einfach nur an unterschiedliche Geschichten. Und das aus einem simplen Grund, weil wir die absolute Wahrheit nicht kennen.

Wir haben also zwei Möglichkeiten, unser Leben zu leben: Aus der Geschichte der anderen oder aus unserer eigenen Inspiration. Du musst dich nicht für die richtige Geschichte entscheiden. Du darfst dich für die hilfreichste Geschichte entscheiden. Unterschiedliche Geschichten führen einfach nur zu unterschiedlichen Wahrheiten. Vergleiche doch einmal die folgenden zwei Geschichten.

Geschichte 1

Du könntest dich als ein biologisches Geschöpf betrachten, als ein »logisches, biologisches Ereignis«, dass aus zwei unterschiedlichen Zellen hervorgegangen ist. Wenn du dich als ein biologisches Geschöpf ansiehst, dann hättest du zu einem etwaigen größeren Prozess des Lebens nicht mehr Verbindung als jede andere chemische oder biologische Lebensform.

Wie alle anderen erginge es dir so, dass das Leben zwar massiv auf dich einwirken würde, du jedoch nur sehr wenig auf das Leben einwirken könntest. Du hättest keinen Einfluss darauf, was dir in deinem Leben zustößt. Alles wäre vom puren Zufall bestimmt. Du könntest zwar neues Leben hervorbringen, so wie biologische Geschöpfe sich eben vermehren, aber du könntest nicht so erschaffen, wie das Leben Dinge erschafft, oder wie es sich in jedem Augenblick manifestiert. Alles wäre bestimmt von Genen und deine Emotionen wären nicht mehr als ein chemisches Gemisch in deinem Blutkreislauf, deine Erinnerungen nicht mehr als eine abgesicherte Information in der grauen Masse deines Gehirns. Du würdest dich als ein Wesen betrachten, das von seinen Gewohnheiten und Instinkten gesteuert ist und dem nur die Ressourcen zur Verfügung stehen, die seine Biologie bereitstellt. Du würdest sicherlich anerkennen, dass du über mehr Fähigkeiten verfügst als eine Schildkröte, weil dich deine Biologie in dieser Hinsicht besser ausgestattet hat. Du würdest außerdem vermutlich davon ausgehen, dass du über mehr Fähigkeiten verfügst als ein Affe oder ein Delfin (aber im Vergleich zu diesen beiden Spezies wohl nicht über so viel mehr). Doch mehr als diese materiellen biologischen Fähigkeiten und Ressourcen würdest du für dich nicht sehen. Denn wo sollten diese Fähigkeiten herkommen?

Geschichte 2

Du könntest dich aber auch als ein Wesen betrachten, das eine biologische Masse bewohnt, die wir »Körper« nennen. Könntest du dich in dieser Art und Weise betrachten, könntest du davon ausgehen, dass du mit Kräften und Fähigkeiten ausgestattet bist, die jene eines einfachen biologischen Geschöpfes weit übersteigen. Zum Beispiel die Fähigkeit, deine eigene Realität zu erschaffen.

Außerdem würdest du als ein solches Wesen annehmen, dass du aus einem bestimmten Grund hier (also auf der Erde) bist. Dabei handelt es sich um eine hoch fokussierte Bestimmung, die nichts mit deiner beruflichen Karriere, deinem Einkommen, deinen Besitztümern und Leistungen oder anderen äußeren Umständen deines Lebens zu tun haben. Du würdest davon ausgehen, dass deine Bestimmung mit deinem inneren Leben zu tun hat, dass es aber durchaus eine Auswirkung auf dein äußeres Leben hat.


Auch diese Geschichte könntest du über dich erzählen. Beides sind einfach nur Geschichten. Es sind unterschiedliche Perspektiven, sie führen damit zu einer unterschiedlichen Realität und zu einer unteschiedlichen Wahrheit. Und – sie machen ein unterschiedliches Gefühl.

Die Geschichte 1 ist die Geschichte einer kalten Welt, einer streng biologischen Welt, wo der Stärkere den Schwächeren frisst, ohne Sinn und Bedeutung. Es ist die Geschichte einer Welt, der man nur misstrauen kann, wo Feinde und Gefahr jederzeit lauern können. Eine Welt, die wir nicht verstehen können, der wir uns hilflos ausgesetzt fühlen und eine Welt, in der wenig Hoffnung besteht.

Die Geschichte 2 malt dagegen ein deutlich positiveres Bild. Es ist eine Welt, in der menschliche Wesen sich zum Ausdruck bringen und einen Sinn verfolgen. Sie folgen einer Spur, die sie in sich entdecken und vertrauen sich einer positiven Kraft und Intelligenz an, an die sie glauben. Sie sind hoffnungsfroh, egal was auch passiert.

Welche Geschichte richtig ist, wissen wir nicht. Es kann auch noch tausend andere Geschichten geben, und die gibt es auch. Die Buchläden sind voll davon. Die entscheidende Frage ist, welche Geschichte dir hilft, ein glückliches Leben zu führen. Ist es eine Geschichte, die von Vertrauen in eine positive Intelligenz handelt und damit von Hoffnung, oder ist es eine Geschichte, die von Misstrauen handelt und damit von Leid und Verzweiflung?

Die Gefühle von Wut und Verzweiflung können nur in einer Geschichte entstehen, die ohne Hoffnung ist. Ich persönlich könnte die Tagesschau am Abend ohne Hoffnung nicht aushalten, ohne ständig zu weinen und zu verzweifeln. So viel Leid geschieht um und in uns. Ich will mir ein Leben ohne Hoffnung nicht vorstellen und ich glaube, dass alles einen Sinn hat, nur dass unsere aktuelle Perspektive zu klein ist, um das zu verstehen. Wir können ja später auf der Wolke darüber diskutieren. Jetzt bleibt uns allein der Glaube.

Und weißt du, was mich absolut positiv stimmt? Wir müssen nicht ohne Hoffnung leben. Wir können schon, aber wir müssen nicht. Hoffnung ist auch nur eine Geschichte. Hoffnung ist eine Geschichte, die wir glauben. Bleibt uns eigentlich etwas anderes übrig, als an eine Geschichte der Hoffnung zu glauben?

Nein.

Das heißt, ja, natürlich bleibt uns etwas anderes übrig. Wir können auch nicht an eine Geschichte der Hoffnung glauben. Probiere es einfach aus. Tue mir einen Gefallen und spring über deinen Schatten. Einfach drüber hüpfen, über alle blöden Geschichten, und probiere aus, wie es sich anfühlt, wenn du eine wundervolle Geschichte über dich und die Welt erzählst und beginne, dieser Geschichte zu vertrauen.


Ich weiß, für einen Rationalisten ist das eine Herausforderung. Aber weißt du was – ich bin auch ein Rationalist. Und ich habe es probiert. Einer schönen Geschichte über mich und einer positiven Kraft im Universum zu vertrauen, fühlt sich einfach großartig an und macht mich zu einem Menschen, der einen positiven Einfluss auf andere Menschen hat. Nicht, weil ich dir eine Geschichte erzählen will, sondern weil ich die Hoffnung habe, dass am Ende doch alles gut ist. Mit diesem Glauben kann ich die Welt annehmen wie sie ist, und ich kann die Menschen so annehmen, wie sie sind. Ich kann mir kein schöneres Geschenk vorstellen, welches man anderen Menschen machen kann als sie so anzunehmen, wie sie sind.

Und ich habe auch schon das Gegenteil ausprobiert. Ich habe auch schon Jahre damit verbracht, schlechte Geschichten über mich und über die Welt zu erzählen und habe nicht an eine positive Kraft geglaubt, geschweige denn dieser vertraut. Und es kommt dabei ein völlig anderes Ergebnis heraus. Und das war überhaupt nicht schön. Das ist eine jämmerliche Existenz mit Gefühlen voller Wut, Angst, Verzweiflung und Misstrauen. Der entscheidende Punkt ist: Unsere Hoffnung und unser Vertrauen hat keine wissenschaftliche Grundlage, so wie alle anderen Geschichten auch. Es ist deine simple Entscheidung für oder gegen Hoffnung und Vertrauen, die alles, absolut alles, schlagartig verändert.


Song: Du darfst entscheiden


Du darfst entscheiden, ob du lachen willst, über dich und was passiert. Entspann’ dich in der Menschlichkeit,

Perfektion ist kleinkariert. Du darfst entscheiden, wie du dich fühlen willst, Nachrichten sind nur aus Papier,

lass nicht so lange das Fenster auf,

sonst tobt der Sturm in dir.

Solange du dich nicht entscheiden kannst,

klopft das Glück nicht an deine Tür. Es weiß genau, ob du es ernst mit dir meinst,

denn dafür hat es ein Gespür.

Du darfst entscheiden, was du denken willst, worauf du dich fokussierst. Auf dein Ziel und auf deinen Weg,

damit du dich nicht mehr verlierst.

Du darfst entscheiden, was du sagen willst, bist du ehrlich wie ein Kind?

Wird es eine schöne Zeit,

wenn wir zusammen sind?


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